|
Die Geschichte von damals bis heute Fasnachtliches Treiben gab es in Fischbach schon vor dem 2. Weltkrieg. Schon damals zogen lustig verkleidete Leute durchs Dorf. Während des Krieges war es ruhig in unserem Dorf, erst im Jahre 1948 übernahm der Musikverein das fasnachtliche Treiben in Form von Maskenbällen. Einen ersten Narrenverein gab es dann bereits 1958, der allerdings nach 2 Jahren wieder aufgelöst wurde. Wieder übernahm der Musikverein das närrische Geschehen bis zum Jahre 1973.
- Die Narrenzunft Fischbach 1973 e.V. entsteht -
Die Versammlung brachte folgendes Wahlergebnis: Anfänglich traute man der neuen Narrenzunft nicht allzuviel zu. Viele prophezeiten den Narren ein gleiches Schicksal wie 1958 der ersten Narrenzunft. Doch es kam ganz anders. Die Narrenzunft entwickelte sich immer weiter. Diese großartige Entwicklung war unter anderem auch der tatkräftigen Unterstützung durch viele Helfer und Gleichgesinnte innerhalb der Gemeinde und der Zunft selber möglich. Unser verstorbenes Gründungsmitglied Jakob Dieter z. B. überließ am Fasnet-Sunntig die Bar im Kreuz stets der Zunft zur Bewirtung, was unsere Finanzen etwas aufbesserte. Auch Herbert Nickolmann darf hier nicht vergessen werden, der in seinem Keller so manche Ratssitzung ermöglichte und die Räte von der "Gretel" Nickolmann jedesmal wunderbar bewirtet wurden. So hatten wir in der Zunft von Anfang an noch viele Helfer, Spender und Gönner, die hier alle gar nicht namentlich erwähnt werden können, da es insgesamt sehr viele waren. Diese tatkräftige Unterstützung hat die Zunft auch schnell vorangebracht. Bereits im Jahre 1975 kam das erste Narrenblatt zum Verkauf. Verkauft wurde damals und auch noch heute das Narrenblatt durch den Elferrat. Bei dem Hausverkauf ist Trinkfestigkeit angesagt, weshalb auch nur trinkfeste Personen als Narrenrat geeignet sind. Auch fand 1975 bereits der erste Kinderumzug statt, wobei die Kindergarten- und Schulkinder ganz im Element waren. Der große Narrenumzug fand jeweils am Fasnachtssonntag statt, wobei ganz Fischbach auf den Beinen war. Im Jahr 1975 übernahm Hans Kaltenbach das Amt des 1. Zunftmeisters von Albert Bantle und das war die beste Wahl, die die Zunft treffen konnte, denn "Hans der Erste", wie man Ihn nannte, kann man getrost als Ziehvater der Narrenzunft bezeichnen. Er leitete die Zunft 19 Jahre lang mit sehr gutem Geschick. Das wird Ihm sicherlich so schnell keiner nachmachen. Als nächstes machte man sich daran, eine Narrenfigur ins Leben zu rufen. Über ein Motiv war man sich bald einig, eine Figur aus dem Sinkinger Taubenmarkt, der seit 1889 besteht, wurde entworfen. Der Hintergrund, und das stellt der Schlapphuttäler dar, ist ein Bäuerlein, das zum Handel auf den Taubenmarkt geht. Und wie in der Maske unschwer zu erkennen ist, ist der Schlapphuttäler ein listiges und verschmitztes Wesen. Beim Entstehen des Schlapphuttälers war wiederum Herbert Nickolmann aus Fischbach maßgeblich beteiligt und sein Entwurf der Narrenfigur wurde, nach Abstimmung im Elferat, verwirklicht. Nun hatte die Zunft auch eine Narrenfigur, den Schlapphuttäler, und er kann sich beileibe sehen lassen. Seit 1975 gab es auch am Schmotzige und am Fasnet-Sunntig den Schlapphuttäler- und den Zunftball im Gasthaus Kreuz, wo alljährlich Närrisches geboten wurde. Ja, da ging immer die Post ab, in einem Jahr fuhr der Edgar Schlenker sogar mit dem Moped durch den vollbesetzten Kreuz-Saal. Der Auftakt der alljährlichen Fasnetsaison wurde anfänglich um den 11.11. jedes Jahr ebenfalls im Gasthaus Kreuz begangen. Später dann, als Fischbach das Schmiedesteighaus bekam, wurde der Fasnetauftakt dorthin verlegt. An diesen Abenden hatte der Edgar Schlenker, das Fischbacher Original, seine große Stunde. Als Nachwächter verkleidet verkündete er lautstark von den Begebenheiten im Ort, die unter dem Jahr passiert waren. So mancher mußte sich aus berufenem Munde nochmals seine Possen vorhalten lassen, sehr zur Erheiterung der Allgemeinheit. Das war dann jedes Mal ein kleiner Vorgeschmack auf das nächste Narrenblatt sowie auf das Rentnerbänkle am Fasnet-Sunntig. Im Jahre 1976 wurde dann erneut ein Meilenstein in der Geschichte der Narrenzunft gesetzt. Erstmals wurde am Schmotzige ein Narrenbaum in Fischbach vor dem alten Rathaus gesetzt. Danach gings ins Gasthaus Mohren zur öffentlichen Narrensitzung, aus der später dann das Narrengericht wurde. So wurde Jahr für Jahr das närrische Programm erweitert. So gingen die Jahre dahin, 1979 wurde, nachdem man am Fasnet-Mentig zu Umzügen zu den benachbarten und befreundeten Zünften ging, abends noch ein Narrenhock in der Turnhalle in Fischbach eingeführt. Im Jahre 1982 gab es dann wiederum 2 Highlights zu verzeichnen. Zum einen fand im Gasthaus Mohren nach dem Narrenbaumstellen das 1. öffentliche Narrengericht statt mit Otto Sieber als Richter, Edgar Schlenker als Ankläger und Hans Kaltenbach als Verteidiger. Im Laufe der Jahre wechselten die Verteidiger über Fridolin Hauger zu derzeit Cornel Schäfer. Allesamt hatten Sie es schwer gegen den gewieften Ankläger Edgar Schlenker und den knallharten und gerissenen Richter Otto Sieber. Bei gänzlich unbeugsamen Angeklagten wurde auch vor einer Wässerung im Fischbach nicht zurückgeschreckt. Unter anderem kann auch unser Gründungsmitglied Wolfgang Seemann ein Lied davon singen. Doch auch Richter Otto Sieber hat schon ein Fußbad nehmen dürfen, wobei einer seiner Schuhe verloren ging und erst am Horgener Rechen wieder gefunden wurde. Waren es anfänglich noch eine Handvoll Zuhörer im Mohren, so platzt derzeit das Gasthaus beim Narrengericht schier gar aus den Nähten. Der zweite Höhepunkt war die Fahrt zum großen Umzug nach Karlsruhe am Fasnet's-Dienstag. Zum ersten Mal konnten wir damals einen Hauch vom Rheinischen Karneval erfahren. Dann, im Jahre 1983 konnte die NZ-Fischbach das 10jährige Jubiläum feiern. Spätestens jetzt nach 10 Jahren waren alle Kritiker verstummt, denn zwischenzeitlich war die Fasnet in Fischbach zu einem festen Ereignis geworden und das nicht nur in Fischbach selbst. Das kleine Jubiläum wurde im Sommer vom 26.-27. Juni 1983 im Festzelt beim Schulhaus zünftig gefeiert. Hans Kaltenbach konnte die Gründer und insbesonders die 4 Narrenräte Edgar, Egon und Roland Schlenker sowie Manfred Stern, die nach wie vor als Elferräte tätig sind, ehren.
Und schon schrieb man das Jahr 1984. Der Schmotzige Dunschtig war alljährlich unter ein anderes Motto gestellt. Vom Pirat bis zum Zwerg oder Nachtwandler trat der Narrenrat jedes Jahr in anderer Kostümierung auf, was von den Fischbachern mit großem Nachahmungseffekt aufgenommen wurde. Die Jahre vergingen wie im Fluge. Die "fünfte Jahreszeit" war leider immer viel zu kurz. 1986 durfte Fischbach den Herbstkonvent der SNV durchführen, wodurch das Narrenvolk Fischbach einmal näher kennenlernte. Rechtzeitig zum 15jährigen Bestehen bekam die NZF nun auch einen eigenen Narrenmarsch. Hans-Otto Wagner war der Komponist und Texter und führte an der Fasneteröffnung 1988 im Schmiedesteighaus den Marsch vor. In den Folgejahren weitete sich das Umzugsgeschehen immer mehr aus. War die Zunft anfänglich nur um die hohen Tage bei Umzügen, so waren wir auf immer mehr Narrenumzügen zum Teil bereits lange vor der eigentlichen Fasnet anzutreffen. Das brachte uns in allerlei Gegenden, man knüpfte Freundschaften, und wurde dadurch weit über Fischbach hinaus bekannt. Das Jahr 1991 brachte den Narren nichts Gutes. War man im Januar noch beim Umzug in Marbach dabei, mußte wenige Tage später wegen des Golfkrieges die ganze Narretei für dieses Jahr auf Eis gelegt werden. Im Folgejahr, 1992 mußte die NZ kräftig improvisieren. Das Gasthaus Kreuz war geschlossen und somit fanden die Veranstaltungen an verschiedenen Orten statt; Donnerstag-nachmittag im Schmiedesteighaus, abends war Ball im "Mohren". Am Sonntag bekam man die Petrolli-Halle, wo nach dem Umzug und auch am Abend das närrische Treiben stattfand. Der Kehrausball mit Fasnetverbrennen war im und beim Zunftstüble.
Apropos Fasnetverbrennen: 1992 + 1993 fand die Fasnet dann in der Petrolli Halle statt, was auch seinen besonderen Flair hatte. Der Familie Heinz Petrolli war es besonders zu verdanken, daß wir diese Ausweichmöglichkeit hatten. Ab 1994 war dann die Bodenackerhalle fertig. Im Jahre 1994 dann gab unser 1. Zunftmeister Hans Kaltenbach sein Amt als Zunftmeister ab. Ihm folgte als neuer 1. Zunftmeister Gerd Maser. Leider war sein Wirken nur von kurzer Dauer, denn im Spätherbst 94, also nach einem halben Jahr, trat er vom Vorstandsposten zurück. Bis zur nächsten Generalversammlung 1995 leitete der 2. Zunftmeister Udo Tölke, selbst langjähriger Elferrat, die Zunft weiter. An der Fasnacht 1995 trat dann erstmals Hans Müller in das närrische Geschehen ein, er führte an beiden Abenden durchs närrische Programm. 1995 kam für die Zunft erneut eine schwere Prüfung. Udo Tölke - bis dahin Vize und kommissarischer Leiter - sowie sein Schwager Horst Bergmann als Kassierer traten von ihren Ämtern zurück und gaben ihre Elferratsposten ganz auf. Die Zunft mußte nun 3 Vorstandsmitglieder, den 1. Vorstand, den 2. Vorstand sowie einen neuen Kassierer finden. Gemeinsam stand der Narrenrat zusammen und machte sich auf die Suche. Die Auswahl, die man getroffen hatte, erwies sich als Volltreffer, denn sowohl Roland Rall, den man als Kassierer verpflichten konnte, wie auch "Poldi" Eckhard Link, den man als Narrenrat gewinnen konnte, belegten die freien Ratsposten. Mit Hans Müller, der zuvor schon über 15 Jahre als Narrenrat und u.a. als 2. Zunftmeister tätig war, war nun die Zunft auch wieder mit einem Zunftmeister ausgestattet. Er hatte jedoch zur Bedingung gemacht, daß Hans Kaltenbach ihm als 2. Zunftmeister zur Seite stehen sollte, was Hans der Erste, nun somit Hans der Zweite, auch tat. Von da an gab es wiederum einige größere Veränderungen mit der Zunft. Hans Müller arbeitete eine Vereinssatzung aus - der Verein war bis dato noch nicht beim Amtsgericht eingetragen - welche im Frühjahr 96 vom Amtsgericht anerkannt wurde und somit die Narrenzunft Fischbach sich e.V. nennen durfte. Gleichzeitig wurde eine Häsordnung erstellt sowie ein Zusatz über Ehrungen innerhalb der Zunft. Auch die Gemeinnützigkeit der Zunft konnte beim Finanzamt erlangt werden. Im Dezember 1995 wurden auch die Teufenmaale per Eingliederungsvertrag offiziell als 2. Narrenfigur in die Zunft aufgenommen. Auch 96 und 97 waren wieder wunderbare "5. Jahreszeiten", wobei 1997 erneut 2 Premieren gefeiert werden konnten. Zum einen fand zum ersten Mal am Schmotzigen Dunschtig eine Narrentaufe in Fischbach statt, wo "Paul der Gewaltige" (Paul Kutri), "Roland, Ratsherr mit dem Säckel" (Roland Rall), "Jürgen der Za-ckige" (Jürgen Dorfmeister) sowie "Herbert der Lange vom Schlangenbühl" (Herbert Martini) vom Kelch mit dem Taufwein kosten durften. Am Fasnet-Zeischtig die 2. Neuerung, den Senioren-Nachmittag, wobei die Senioren selbst mit einem 3-Stunden-Programm aufwarteten. Unter Leitung von Karl Kammerer und dem Mundharmonikaorchester hatten sie allerhand auf die Beine gestellt. Auch die Büttenreden sowie eine Pantomime kamen nicht zu kurz. Die Fasnet 97 endete traditionsgemäß mit dem Fasnetverbrennen neben der Halle und der alljährlichen Hoffnung, daß bald wieder Fasnet ist. |